Ruhm und Frieden

In Berlin Mitte zwischen den U-Bahnstationen Naturkundemuseum und Oranienburger Tor der U6 befindet sich an der Chausseestraße 126 der berühmte Dorotheenstädtische Friedhof. Dieser wurde im Jahr 1762 angelegt. Ab dem Jahr 1770 erfolgten erste Bestattungen. Er wurde nach der zweiten Frau des Großen Kurfürsten benannt und war als Friedhof für die arme Bevölkerung Berlins gedacht.

Fast 100 Jahre später, bereits Ende der 1860er Jahre wurde der Friedhof wegen Überbelegung geschlossen. Bestattungen erfolgten nur noch auf zuvor gekauften Grabstellen. Mit der Einführung der Feuerbestattungen erwies sich das Friedhofsareal als wieder ausreichend. Ab 1921 wurde er für neue Bestattungen freigegeben.

Ein Grund für die vielen Bestattungen auf diesem Friedhof war dessen Lage. Die in unmittelbarer Nähe bestehenden Einrichtungen wie beispielsweise die Akademie der Künste, die Singakademie, die Bauakademie, die Akademie der Wissenschaften und die Berliner Universität führten dazu, dass berühmte Persönlichkeiten hier ihre letzte Ruhestätte fanden.

Aus dem ursprünglich errichteten Friedhof für die arme Bevölkerung Berlins entwickelte sich eine begehrte Ruhestätte für die Bevölkerung jeder Schicht mit der Tendenz zu den Betuchteren. Berühmte Persönlichkeiten, wie die Baumeister Friedrich August Stüler und Karl Friedrich Schinkel, der Lokomotiven-König Johann Friedrich August Borsig, die Schauspieler Helene Weigel und Otto Sander, der Buchdrucker Ernst Theodor Litfaß, die Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Johann Gottlieb Fichte, die Schriftsteller Heinrich Mann, Bertold Brecht, Johannes R. Becher, Arnold Zweig und Anna Seghers sowie der Alt-Bundespräsident Johannes Rau sind nur einige von den Berühmtheiten, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden.

Die im Jahr 1928 errichtete Trauerhalle wurde nach mehreren Umgestaltungen und Sanierungen im Jahr 2015 der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Ein Highlight ist die vom amerikanischen Künstler James Turrell eingebaute Lichtinstallation. Nach Anmeldung können diese Lichtinstallationen besichtigt werden. Es finden auch Veranstaltungen musikalischer Art in dieser kunstvollen Atmosphäre statt.

Im Cafe´ DORO kann sich der Friedhofsbesucher von Freitag bis Sonntag ab 13.00 Uhr mit Erfrischungen und hausgemachtem Kuchen stärken.

Der Dorotheenstädtische Friedhof ist täglich ab 8:00 Uhr geöffnet. Entsprechend den Jahreszeiten und der damit einkehrenden Dunkelheit erfolgt die abendliche Schließung zwischen 16:00 Uhr und 20:00 Uhr.

Ein Besuch dieses historischen Friedhofes lohnt sich für Geschichts- und Kunstinteressierte aber auch für Besucher, die sich dem Stress des Alltages entziehen wollen und Entspannung und Ruhe suchen. Diese sehr gepflegte und mit viel Liebe gestaltete Anlage mit ihren großen Schatten spendenden alten Bäumen und Pflanzen der verschiedensten Art stellt in der Mitte Berlins eine Oase der Ruhe und des Friedens dar.